Wasser ist Leben

Das fehlende Wasser war in Obernheim über Jahrhunderte das größte Problem. Die klüftigen Kalke des Weißjura der Hochfläche über 900 m ließen so gut wie keine beständige Wasserquelle zu. Erst tiefere Schichten innerhalb der Gemarkung liefern Quellwasser:

  • Der "Seltenbach" im Eschental 2 km vom Ortskern entfernt, fördert gutes Wasser, versiegt aber bei Trockenheit.
  • Das "Neubrünnle" im Harrastal unterhalb Tanneck gibt gutes Wasser bei einer Entfernung von über 3 km.
  • 3 Quellen im Tann: "die Howiel-Quelle", die Quelle bei "Schnitzers Kreuz" im Kapuzinerzipfel, und die Quelle "im Kneile", liefern bestes Wasser und wurden 1895 gefasst und an die Stadt Schömberg zur Trinkwasserversorgung verkauft. Entfernung bis zu 4 km.
  • Die "Bitzquelle" am Ortsausgang Brunnenstraße zwischen Nr. 4 und 8, heute Gemüsegarten, ist nur als Viehtränke ausgewiesen. Ein Löschwasserteich wurde gespeist. Seit der Kanalisierung der "unteren Wittum" um 1962 ist die Quelle versiegt.
  • Die "Heckental-Quelle" auf Gemarkung Nusplingen, zugänglich über einen Steilabhang, 3 km entfernt,
    hat gutes Wasser. 1496 wurde vertraglich geregelt, dass die Tränke von den Obernheimern in "Röhren und in Maß" genutzt werden kann. 31)
  • Den "Brühlbach" 1,5 km Richtung Oberdigisheim, speist die Kohlstattbrunnenquelle auf Gemarkung
    Oberdigisheim. 1869 bestätigt der Rechtsanwalt, "dass der Gemeinde Obernheim das Recht zustehe an dem vom Eschental herfließenden Baches mit bespannten Wägen, Butten und Kübel das Wasser zu holen und ihr Vieh dort zu tränken." 25)

Das Bemühen, Trinkwasser im Dorf zu fördern, führte im Jahre 1832 zur Brunnengrabung hinter der Krone am Rebberg. Ein qualifizierter Fachmann aus Stockach legte Zeugnisse über erfolgreiche Grabungen vor. Unter erheblichen Kosten floss bei einer Schachttiefe von 23 m immer noch kein Wasser. 2)

Mit 70 Zisternen wurde in Obernheim um 1885 das Regenwasser der Dachtraufe gewonnen. Erst der Anschluss an die Heubergwasserversorgungsgruppe 1887 löste den Obernheimer Wassermangel. 43) 60)

*)
Quellen Nachweise