Landwirtschaft & Nebenerwerb

Das rauhe Klima, die kurzen Sommer, die steinigen, trockenen Böden in der Höhenlage um 930 m boten wenig Anreiz, diese Hochfläche schon früh zu besiedeln.  "Viel Steine gab’s und wenig Brot"

Über Jahrhunderte wurde die Dreifelderwirtschaft - Winterfrucht, Sommerfrucht, Brache - betrieben. Erst nach Einführung der Stallfütterung 1863 und der gezielten Düngung konnte die Brache (1 Jahr ausruhen des Bodens) unterbleiben.
Um 1770 wurde gegen viel Misstrauen seitens der Bauern mit dem Kartoffelanbau begonnen.

1750
Die Herrschaft verordnete den Obstanbau. Noch im Jahre 1804 war in Obernheim kein Obstbaum zu finden. 45)
1837
Maulbeerbäume wurden zur Seidenraupenzucht gesetzt, was erfolglos ausfiel. 3)
1876
Der Burgbühl, 975 m hoch, war außer dem Kniebis der höchste Punkt Württembergs, wo noch Getreide angebaut wurde. 44)
1935 - 1955
In der Tabelle der Bodenertragsfähigkeit steht Obernheim von 45 Gemeinden an 41. Stelle mit der Bodenklimazahl 28,5 %. Zum Vergleich: Heidelberg-Rohrbach erreicht 85 %. 46)
ab 1860 - 1920
Insbesondere junge Handwerker wie Maurer, Gipser und Zimmerer suchten ihren Erwerb in der Schweiz, im Elsaß und in Frankreich.
1863
Eine Zündhölzlefabrik wurde betrieben. 23)
ab 1850
Es entwickelte sich ein recht interessanter Nebenverdienst im Baumwollweben.
1862
Es waren mehr als 200 Handwebstühle meist in der unteren Stube in Betrieb. Die Obernheimer mit dem Spitznamen „Bienen“ schätzten insbesondere zur Winterszeit diese Einnahmen. 24)
1896
Eine Ebinger Firma (heute Albstadt) baute eine Samtschneiderei mit Handkurbel-Schneidtischen. 26)
1900
Die Industrialisierung setzt ein.
1903
Endschuhflechten (aus Trikotresten) war ein Zubrot für einige Familien.
1904
Es begann eine Mundharmonikafabrik aus Trossingen im oberen Stock des Armenhauses zu produzieren und baute 1 Jahr später ein Filialgebäude in Obernheim. 28)
1905
In einem Wirtschaftssaal wurde eine Filiale mit Riemenschneiden (Schuhnestel aus Lederabfall) betrieben.
1913
Die gleiche Firma errichtete eine Samtweberei mit eigenem Dampf-Elektrizitätswerk. 29)
1914
Die elektrische Energie wird in Obernheim installiert. 30)

*) Quellen Nachweise