Die Geschichte der St. Wolfgangs-Kapelle (Scheibenbühlkapelle)

Die dominanteste Kapelle Obernheims steht auf dem 947 m hohen Scheibenbühl und überragt so das rings um den Scheibenbühl angesiedelte Dorf. Zwar wurde die heutige St. Wolfgangkapelle erst 1869 errichtet und ist damit die jüngste der Obernheimer Kapellen, hat dafür jedoch die geschichtsträchtigste Vergangenheit  aufzuweisen.  Eine ebenfalls dem heiligen Wolfgang geweihte Kapelle wurde 1812 abgerissen.  Sie stand auf einem kleinen Hügel unterhalb dem Kirchlebühl und dürfte etwa um 1313 errichtet worden sein. Aus dieser abgegangenen Kapelle wurde 1894 das bis dahin in der Kirche aufgestellte Altärchen in diesem neuen Gotteshaus auf dem Scheibenbühl eingebaut. Der Bau der St. Wolfgangkapelle wurde überwiegend mit Spendengeldern finanziert.
 
Im September 1917 standen 4 Glocken zum Einschmelzen, darunter auch das Glöcklein der Scheibenbühlkapelle, zur Abholung auf einem Pferdewagen bereit. Am anderen Morgen bei der Abfahrt des Wagens  fehlte das kleine Glöcklein und blieb trotz polizeilicher Untersuchungen verschwunden.
Nach Kriegsende in der Heiligen Nacht, als die Obernheimer wie gewohnt nachts um 4 Uhr in das
Engelsamt  gingen, ertönte das Glöcklein von der Scheibenbühlkapelle in seinem vertrautem Ton. Drei mutigen Männern war der Erhalt zu verdanken. Sie hatten die Glocke vom Wagen entwendet und in einem Keller eingegraben. Den zweiten Weltkrieg überstand die Glocke dann nicht mehr.
 
Alljährlich am Pfingstmontag treffen sich die Gläubigen des Dekanats Balingen recht zahlreich  auf dem Scheibenbühl zu einer Bergmesse mit anschließendem Familientreffen am Fuße des Scheibenbühls.